Anwendungsbeschreibung

Jowapur® Appretur - Upgrade First Class

Definition: Als Appretur wird jegliche Art der Veredelung von Stoffen, Textilien, Garnen und Fasern bezeichnet. Dies kann z. B. eine Verbesserung hinsichtlich Oberflächenstruktur, Steifheit, Festigkeit, Glanz, Dichte bewirken, aber auch eine wasserabweisende, antistatische, flammhemmende oder antimikrobielle Ausrüstung sein.
Wirkweise: Die Jowapur®-Appretur belegt die Holzfasern, Poren- und Kapillaroberflächen und macht sie dadurch wasserabweisend. Die Diffusionsfähigkeit (Atmungsaktivität) des Werkstoffes bleibt nahezu unverändert, da die Poren und Kapillaren nicht verschlossen werden.
Ziel: Die Wirksamkeit der Appretur soll über lange Zeit und ohne negative Nebeneffekte erhalten bleiben. Die Substrateigenschaften müssen dabei mindestens erhalten bleiben, können je nach Anwendungsfall deutlich verbessert werden. Insbesondere die Klebung mit unterschiedlichsten Klebstoffsystemen bei entsprechender Weiterverarbeitung darf durch die Appretur nicht nachteilig beeinflusst werden.

  • der Saugfähigkeit des Werkstoffs
  • dem Dichteprofil des Substrates
  • der Art und Formulierung der Appretur
  • der Applikationstechnik und Auftragsmenge
  • der Kontaktzeit

Wirksamkeit: Grundsätzlich ist die Wirksamkeit der Appretur umso besser, je höher die Eindringtiefe ist. Dies muss unter dem Gesichtspunkt des Preis-Leistungsverhältnisses, der gewünschten Verbesserung und der weiteren Arbeitsschritte, sowie der Zeitabstände zwischen ihnen, für jede Anwendung separat bewertet werden. Grundsätzlich hängt die erzielbare Eindringtiefe ab von:

Substrate: Die Jowapur® Appretur ist u.a. für die folgenden Substrate geeignet: MDF/HDF, Spanplatte, Sperrholz, Massivholz, gips- und zementgebundene Faserplatten, Papier, Pappe

Anwendungsdetails

HDF/MDF-Vergütung durch Appretur

Die physikalischen Eigenschaften von Holzwerkstoffen wie z.B. MDF und HDF lassen sich durch Einsatz der Jowapur® Appretur signifikant verbessern. Dadurch können neue Anwendungsgebiete erschlossen und in bisherigen Anwendungen steigende Anforderungen erfüllt, sowie höhere Beständigkeiten erzielt werden.
Insbesondere Zugfestigkeit, Scherfestigkeit, Biegefestigkeit, E-Modul und Querzugfestigkeit können bis zu 100 % gesteigert werden.
Die Auftragsmenge und damit auch die erreichbare Verbesserung steht in direkter Abhängigkeit zur Materialdicke, Dichte und Eindringtiefe. Die Appretur, aufgetragen per Gießvorhang, wird mittels Vakuum in die Platte gesaugt. Über die Auftragsmenge, das angesetzte Vakuum und die Dauer kann die Eindringtiefe bis über den gesamten Querschnitt variiert werden. Je nach Anwendung kann eine oberflächliche, einige Millimerter tiefe oder auch komplette Appretur erforderlich sein.
Die Klebung mit unterschiedlichen Klebstoffsystemen ist problemlos möglich. In Kombination mit Dispersionsklebstoffen werden erstklassige Klebfestigkeiten direkt nach der Appretur (nass in nass) erreicht.

Vorteile vergüteter HDF/MDF

  • Scherfestigkeit bis +100 %
  • Zugfestigkeit bis +100 %
  • Biegefestigkeit bis +50 %
  • Biege-Emodul bis +50 %
  • Reduzierung der Dickenquellung nach DIN EN 317 bis zu 70 % (Nach 24 h Wasserlagerung + Rücktrocknung)
  • Reduziert Faseraufstellung durch Feuchtigkeitseinwirkung, z.B. beim Lackieren oder Kleben

Applikation

  • Gießvorhang + Vakuum-Tiefziehverfahren
  • Einfache und exakte Auftragsmengenregulierung
  • Variable Eindringtiefe; bis über den gesamten
  • Querschnitt - bis 8 mm Plattendicke
  • Homogener Auftrag

Anwendungsgebiete

  • Fussbodenelemente für Feuchträume
  • Fassadenelemente
  • Türen
  • Bauprodukte z.B. Holzfaserdämmplatten
  • Leichtbauplatten

Laminatfußboden – Dauerhaft schöne Fugen

Die Fugen von Laminat-Fussböden können je nach Qualität des Laminates nach einiger Zeit unschön aussehen. Verursacht zum einen durch Feuchtigkeitseintrag, kann es eine Quellung des HDF-Trägers zur Folge haben, zum anderen durch Verschiebungen der einzelnen Dielenreihen in Längsrichtung. Speziell für die Laminatfußbodenindustrie eignet sich die Appretur in Kombination mit einer Vakuum- Sprüh-Applikation, um mit gleichmäßigem und vollflächigem Auftrag auf Nut- und Feder des Laminates dauerhaft schöne Fugen zu erzielen. Über die Vakuum-Sprüh-Technologie lässt sich die Jowapur® Appretur randscharf auch auf profilierten Schmalflächen von Holzwerkstoffträgern aufbringen. Die in der Fussbodenindustrie üblichen Vorschubgeschwindigkeiten von bis zu 300 m/min stellen für die Hydrophobierung kein Problem dar. Quelltests mit entspanntem Wasser belegen die positive Wirkung und deutliche Reduzierung der Kantenquellung. Diese kann fast vollständig unterbunden werden und dem Laminat so zu einem Qualitätssprung und zu einer langfristigen Kundenzufriedenheit verhelfen.

Vorteile

  • Reduzierung der Kantenquellung nach DIN EN 13329 um bis zu 90 % auf <1 % nach Rücktrocknung
  • Effizienter und dauerhafter Schutz
  • Verbesserte Wasserbeständigkeit
  • Erhöhte Profilzugfestigkeit

Anwendungsgebiete

  • Fußböden, z. B. Laminat
  • Möbelteile
  • Massivholzelemente
  • Sockelleisten
  • Türen

Applikation

  • Vakuum-Sprühauftrag in einer profilierten Maske
  • Absaugung von überschüssigem Material mit Rückführung
  • Kantenbeschichtung z.B. von Nut + Feder
  • Verlust- und Overspray-frei
  • Profilunabhängige Beschichtung
  • Homogener Auftrag
  • Exakte Auftragsmengenregulierung
  • Sprühauftrag bedingt möglich

Quantensprung der Leichtbauplatte mit Papierwaben

Ganz gleich ob Leichtbauelemente mit oder ohne Riegel, die Konstruktion mit Papierwabenkern gewinnt immer mehr an Bedeutung für den Möbel- und Objektbau. Ziel ist nach wie vor die Gewichtsreduzierung
und Ressourcenschonung. Eine Verbesserung der Wasser- und Feuchtigkeitsbeständigkeit wird durch Appretierung der Wabe bzw. der Decklagen erzielt. Eine grundlegende Forderung aus der Industrie zielt auf die limitierte Belastbarkeit der Leichtbauplatten ab. Durch Appretierung der Papiermittellage und optional der Deckplatte kann die Tragfähigkeit der Leichtbauplatte deutlich verbessert werden. Die Jowapur®-Appretur kann per Walze auf die Wabenstege aufgetragen werden. Dadurch ist der Materialverbrauch auf ein Minimum reduziert.
Für erstklassige Klebfestigkeiten kann die Klebung mit einem PVAc-Dispersionsklebstoff direkt nach der Appretur (nass in nass) erfolgen. Für den Einsatz von Schmelzklebstoffen sollte die Appretur zuvor getrocknet werden. Je nach Anforderung kann die Decklage oberflächlich oder ggf. komplett vergütet werden.
Die Appretur steigert die Leistungsfähigkeit der Leichtbauelemente, insbesondere die Abhebefestigkeit, Biegefestigkeit und Querzugfestigkeit signifikant. Im Vergleich zu einem unbehandelten Element werden deutlich gleichmäßigere Festigkeitswerte erzielt. Diese Optimierung kann einen Quantensprung für den Möbelleichtbau bedeuten und eröffnet neue Möglichkeiten hinsichtlich Anwendung und Konstruktion, zumal der Materialeinsatz weiter reduziert werden kann.

Vorteile gegenüber einer Rohplatte

  • Zugfestigkeit bis zu 50 % höher
  • Steigerung der Biegefestigkeit bis zu 50 %
  • Steigerung der Querzugfestigkeit bis zu 100 %
  • Deutliche Reduzierung der Standardabweichung
  • Geringere Streuung der Festigkeitswerte
  • Deutliche Verbesserung der Verwindungsteifigkeit von Formteilen

Anwendungsgebiete

  • Leichtbaumöbel
  • Türen
  • Tische
  • Arbeitsplatten
  • Regale
  • Formteile

Produkt Informationen

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Basis Viskosität [mPas] /
Temperatur [°C]
Verarbeitungs-
Temperatur [°C]
Aussehen / Farbe Download
Technisches
Datenblatt (PDF)
Appretur Jowapur® 687.00 1K-Polyurethan, feuchtigkeitshärtend 80 ± 8 / 20 > 10 hellbraun transparent de en fr
Appretur Jowapur® 678.05 1K-Polyurethan, feuchtigkeitshärtend 70 ± 4 / 20 > 10 bräunlich de en fr

Die aufgeführten Produkte stellen nur eine eingeschränkte Auswahl des vorhandenen Produktportfolios dar. Regionale Einschränkungen bei der Produktauswahl möglich. Angaben zu technischen Daten und Hinweise zu Charakteristika bzw. zur Eignung in unterschiedlichen Anwendungsgebieten verdeutlichen die Unterschiede des Produktportfolios. Bei der Auswahl des für Ihre Anforderungen passenden Produktes unterstützt Sie gerne unsere anwendungstechnische Abteilung oder Ihr Anwendungsberater.

Hinweis: Unsere Angaben auf dieser Seite beruhen auf von uns selbst durchgeführten Laborprüfungen sowie Erfahrungswerten aus der Praxis und stellen keine Beschaffenheitsvereinbarung dar. Aufgrund der Vielzahl von Anwendungen, verwendeten Werkstoffen und Verarbeitungsweisen, auf die wir keinen Einfluss haben, kann aus diesen Angaben sowie aus der Inanspruchnahme unseres kostenlos zur Verfügung gestellten technischen Beratungsdienstes keine Verbindlichkeit abgeleitet werden. Die Durchführung von eigenen Versuchen unter Alltagsbedingungen, z.B. Eignungsversuche unter Produktionsbedingungen und entsprechende Gebrauchstauglichkeitsprüfungen, sind zwingend erforderlich. Die Spezifikationen sowie weitere Informationen sind den aktuellen Technischen Datenblättern zu entnehmen.

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